Mini Globe RaceDer deutsche Teilnehmer Christian Sauer nach Weltumsegelung im Ziel

YACHT

 · 16.03.2026

Christian Sauer auf seiner 5,80 Meter langen “Argo”, die er aus Sperrholz baute.
Foto: Rob Havill; MGR
Nach 13 Monaten und 24.000 Seemeilen erreichte Christian Sauer das Ziel. Die YACHT sprach unmittelbar nach seiner Ankunft in Antigua mit dem einzigen deutschen Teilnehmer am Mini Globe Race. Am kommenden Freitag, den 20. März, erscheint das ausführliche Gespräch über die Weltumsegelung im selbstgebauten 5,80-Meter-Sperrholzboot im Podcast. Hier auf YACHT-online vorab ein Ausschnitt daraus.

YACHT: Wie geht's dir? Bist du gut angekommen oder bist du immer noch auf See?

Christian Sauer: Ich bin noch nicht wirklich angekommen. Ob ich noch „auf See“ bin, kann ich schwer sagen, aber verarbeitet habe ich die Reise noch nicht.

Insgesamt waren es vier Etappen: Antigua–Panama, Panama–Fidschi, Fidschi–Kapstadt und Kapstadt–Antigua. Du hast das Boot selbst gebaut. Ist es nach der Strecke noch einsatzfähig?

Dem Boot geht es sehr gut. Es hat ein paar Gebrauchsspuren, aber das war zu erwarten. Mir wurde vor der Abreise gesagt, ich solle mich nicht zu sehr in Details verlieren. Die Reise wird man ohnehin sehen. Insgesamt ist es in einem sehr guten Zustand und ich bin stolz, dass es mich so zuverlässig um die Welt gebracht hat.

Und wie geht es dir selbst?

Mental geht es mir gut. Körperlich bin ich etwas angeschlagen, vermutlich brauche ich eine Operation an beiden Schultern. Das ist wahrscheinlich eine ältere, verschleppte Verletzung, die mich über die gesamte Reise begleitet hat. [...]

Beim ersten Mini Globe Race dieser Art sind elf von 15 Booten angekommen. Du bist Siebter geworden. Was ist mit den anderen passiert?

Zum Glück gab es keine größeren Schäden. Die Ausfälle hatten persönliche Gründe – etwa fehlende finanzielle Mittel oder Heimweh, gerade bei Teilnehmern aus Australien. Insgesamt ist die Regatta sehr glimpflich verlaufen. [...]


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​Ich würde gerne mit dir die vier Etappen durchgehen. Also erstmal an Panama. Wie war es auf dieser Strecke für dich?

Das war eine relativ kurze Etappe und noch ohne Starlink, also mit wenig Kontakt zur Außenwelt. Ich habe das Segeln sehr genossen. Im Gegensatz zum Atlantik zuvor konnte ich hier erstmals etwas entspannen und anfangen, über mein Leben nachzudenken.

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Vor Barranquilla hatten wir dann starken Wind. Das war der erste Moment, in dem ich mich gefragt habe, ob das Boot sicher ist. Die Bewegungen waren so heftig, dass ich im Cockpit regelrecht hin- und hergeworfen wurde. Da habe ich entschieden, mich ins Innere zurückzuziehen und die Luke zu schließen. Solche Bedingungen haben mich später nicht mehr überrascht. [...]

​Nach Stopps in Tahiti und Tonga kamst du in Fidschi an. Wie hast du diese Zeit erlebt?

Ich hatte öfter das Gefühl, nicht richtig anzukommen und gedanklich noch unterwegs zu sein. Gleichzeitig war ich viel mit Arbeiten am Boot beschäftigt. Das waren Dinge, die bei mehr Vorbereitung vielleicht früher aufgefallen wären. Gegen Ende der Reise hatte ich dann mehr Zeit, Land und Leute kennenzulernen. Besonders der Aufenthalt in Tonga war sehr entspannt, und auch der längere Stopp in Fidschi hat mir viel Freude bereitet. [...]

​Das Interview führte Timm Kruse.


Hinweis: Das vollständige Gespräch wird am Freitag, 20. März, im YACHT-Podcast zu hören sein.


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